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St. Martini Gemeinde zu Bremen

Martinikirchhof 3 28195 Bremen

Die St. Martini Gemeinde bekennt sich in Lehre und Ordnung zur ganzen, unverfälschten Heiligen Schrift Alten und Neuen Testaments, dem einzig wahren und unfehlbaren Gotteswort, wie es durch die Reformation neu erschlossen worden ist.

Täglicher Impuls
Tag 3 von 7

Die vier Waffen des Feindes

Aus der Predigt „Gottesdienst am 25.10.2026 - Der geistliche Kampf - eine Zurüstung“ vom 25. Oktober

Der Teufel arbeitet mit vier Hauptwaffen gegen uns. Erstens kämpft er gegen das Wort Gottes – schon im Paradies begann es mit 'Sollte Gott gesagt haben?' Er kann das Wort nicht zerstören, aber er verführt Menschen, es nicht zu glauben. Wenn wir das Wort in Frage stellen oder gegen das Wort handeln, spielen wir sein Spiel. Zweitens arbeitet er mit Angst. 'Fürchte dich nicht' ist der häufigste Satz der Bibel. Dinge, die wir aus Angst machen, sind vom Widersacher bedingt. Drittens versucht er uns mit Reichtum – Judas verriet Jesus um des Geldes willen. Egal ob du viel oder wenig besitzt, guck auf dein Leben: Was hat der Widersacher mit Geld in deinem Leben schon für Angst gemacht? Viertens arbeitet er mit menschlichem Leiden – Krankheiten, psychische Belastungen. Alles, was Leben zerstört oder behindert, kommt vom Teufel. Gegen diese Angriffe sind wir alleine schutzlos, doch Gott sei Dank hat uns der Herr eine Waffenrüstung gegeben.

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Der Teufel arbeitet mit vier Hauptwaffen gegen uns. Erstens kämpft er gegen das Wort Gottes – schon im Paradies begann es mit 'Sollte Gott gesagt haben?' Er kann das Wort nicht zerstören, aber er verführt Menschen, es nicht zu glauben. Wenn wir das Wort in Frage stellen oder gegen das Wort handeln, spielen wir sein Spiel. Zweitens arbeitet er mit Angst. 'Fürchte dich nicht' ist der häufigste Satz der Bibel. Dinge, die wir aus Angst machen, sind vom Widersacher bedingt. Drittens versucht er uns mit Reichtum – Judas verriet Jesus um des Geldes willen. Egal ob du viel oder wenig besitzt, guck auf dein Leben: Was hat der Widersacher mit Geld in deinem Leben schon für Angst gemacht? Viertens arbeitet er mit menschlichem Leiden – Krankheiten, psychische Belastungen. Alles, was Leben zerstört oder behindert, kommt vom Teufel. Gegen diese Angriffe sind wir alleine schutzlos, doch Gott sei Dank hat uns der Herr eine Waffenrüstung gegeben.

Johannes 8,44
Gebet

Bitte Gott um Weisheit, die Angriffe des Widersachers zu erkennen und ihnen in der Kraft Jesu zu widerstehen.

Zum Nachdenken

Mit welcher dieser vier Waffen des Feindes – Lüge, Angst, Reichtum oder Leiden – werde ich gerade am meisten angegriffen?

Aufnahme vom 9. August 2026

Predigt

Gottesdienst am 09.08.2026 - Markus 12,28-34

Sonntag, 9. August 2026
Psalm 130
Kernaussage

Der Kern der christlichen Lehre liegt in der untrennbaren Verbindung zwischen Gottes Liebe zu uns und unserem Auftrag, Gott und den Nächsten zu lieben. Gottes Zuspruch seiner Gnade und Treue geht allen Geboten voraus. Diese Liebe soll sich in allen Bereichen unseres Lebens - Herz, Seele, Verstand und Kraft - manifestieren und uns zur Liebe zu unseren Mitmenschen und zu uns selbst befähigen.

Dies ist ein vollständiger evangelischer Gottesdienst der St. Martini Gemeinde, gehalten am 09.08.2026 über Markus 12,28-34. Der Gottesdienst behandelt den Israel-Sonntag und die zentrale Frage nach dem größten Gebot. Pastor Olaf Latzel predigt über das Gespräch zwischen Jesus und einem Schriftgelehrten, bei dem Jesus die beiden höchsten Gebote nennt: Gott zu lieben mit ganzem Herzen, ganzer Seele, ganzem Verstand und aller Kraft, sowie den Nächsten zu lieben wie sich selbst. Die Predigt entfaltet diese Gebote in vier Hauptpunkten: Erstens wird betont, dass Gottes Zuspruch vor seinem Anspruch steht - er offenbart sich seinem Volk Israel in Gnade, bevor er Gebote gibt. Zweitens wird erklärt, warum und wie wir Gott lieben sollen - durch Hören, mit Herz, Seele, Verstand und Kraft. Drittens wird die Nächstenliebe in vier Abstufungen dargestellt, von 'dem Nächsten nichts Böses tun' bis zur höchsten Form der selbstaufopfernden Liebe. Viertens wird die Selbstliebe als Grundlage thematisiert - jeder Mensch ist ein geliebtes Kunstwerk Gottes. Der Gottesdienst enthält zudem Lesungen, Gebete, Lieder, Abkündigungen und endet mit dem Segen.
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Dies ist ein vollständiger evangelischer Gottesdienst der St. Martini Gemeinde, gehalten am 09.08.2026 über Markus 12,28-34. Der Gottesdienst behandelt den Israel-Sonntag und die zentrale Frage nach dem größten Gebot. Pastor Olaf Latzel predigt über das Gespräch zwischen Jesus und einem Schriftgelehrten, bei dem Jesus die beiden höchsten Gebote nennt: Gott zu lieben mit ganzem Herzen, ganzer Seele, ganzem Verstand und aller Kraft, sowie den Nächsten zu lieben wie sich selbst. Die Predigt entfaltet diese Gebote in vier Hauptpunkten: Erstens wird betont, dass Gottes Zuspruch vor seinem Anspruch steht - er offenbart sich seinem Volk Israel in Gnade, bevor er Gebote gibt. Zweitens wird erklärt, warum und wie wir Gott lieben sollen - durch Hören, mit Herz, Seele, Verstand und Kraft. Drittens wird die Nächstenliebe in vier Abstufungen dargestellt, von 'dem Nächsten nichts Böses tun' bis zur höchsten Form der selbstaufopfernden Liebe. Viertens wird die Selbstliebe als Grundlage thematisiert - jeder Mensch ist ein geliebtes Kunstwerk Gottes. Der Gottesdienst enthält zudem Lesungen, Gebete, Lieder, Abkündigungen und endet mit dem Segen.

Hauptthemen (6)

1. Gottes Bund mit Israel und der christlichen Gemeinde

  • • Der Israel-Sonntag erinnert an Gottes Bund mit seinem Volk Israel
  • • Gottes Gegenwart hat zwei Seiten: Zuspruch (dass er mitgeht) und Anspruch (heilig und gerecht zu leben)
  • • Die christliche Gemeinde hat ihre Wurzeln im Volk Israel
  • • Auch Christen haben nichts Besonderes vorzuweisen, sondern leben aus Gottes Gnade

2. Der Zuspruch vor dem Anspruch

  • • Vor allen Geboten steht Gottes Reden und Handeln
  • • Der Gottesname Jahwe bedeutet 'Ich bin, der ich bin' und steht für Gottes Unwandelbarkeit und Gegenwart
  • • Gott ruft sein Volk in die Gemeinschaft mit sich
  • • Die Zusagen der Gnade und Treue Gottes stehen allen Geboten voran
  • • Diese Zusagen gelten in Jesus Christus auch den Christen

3. Gott lieben - warum und wie

  • • Gott ist einzigartig, der Ursprung alles Seins und ein Freund gelingenden Lebens
  • • Seine Liebe zeigt sich in der Schöpfung, seiner Gnade und in Jesus Christus
  • • Gott lieben beginnt mit 'Hören' - Innehalten, still werden, sich ausrichten
  • • Gott lieben geschieht mit ganzem Herzen (Willensentscheidung), ganzer Seele (Lebenskraft und innerstes Sein), ganzem Verstand (Glauben und Denken gehören zusammen) und aller Kraft
  • • In schwierigen Zeiten gilt es, freie Sicht zum Himmel zu bekommen

4. Den Nächsten lieben

  • • Wer zu dem Gott der Liebe gehört, kann nicht nicht lieben, was Gott liebt
  • • Jeder Mensch ist von Gott geliebt und soll mit Liebe begegnet werden
  • • Vier Abstufungen der Liebe: nichts Böses tun, anderen so tun wie man behandelt werden möchte, den anderen höher achten als sich selbst, selbst für Feinde sterben
  • • Gottesliebe und Nächstenliebe gehören untrennbar zusammen
  • • Die Aussage 'Gott ist Liebe' darf nicht umgekehrt werden in 'Liebe ist Gott'

5. Selbstannahme und Identität in Gott

  • • Jeder Mensch ist ein Kunstwerk Gottes
  • • Viele junge Menschen versinken in Parallelwelten statt ihre Individualität zu entdecken
  • • Gott liebt jeden einzelnen so wie er ist
  • • Gottes GPS ist für jeden Lebensweg einzeln aktiv
  • • Wir sind je einzeln von Gott geliebt, begabt und auf unterschiedliche Wege gestellt

6. Gebote als Orientierungshilfe

  • • Gebote dienen der Orientierung im Alltag, wie ein GPS-System
  • • Gottes Gebote sind hilfreiche Leitlinien für ein gelingendes Leben
  • • Die Überhöhung menschlicher Autonomie in der Gesellschaft verkennt unsere Begrenztheit
  • • Die Bibel nennt Menschen 'gefallen' und defizitär - wir brauchen Gottes Gebote
  • • Ohne Gottes Gebote verrennen wir uns sowohl einzeln als auch als Gesellschaft

Biblische Grundlagen

Direkt zitiert

Psalm 130

Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir. Herr, höre meine Stimme. Lass deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens. Wenn du, Herr, Sünden anrechnen willst, Herr, wer wird bestehen? Denn bei dir ist die Vergebung, dass man dich fürchte. Ich harre des Herrn, meine Seele harret, und ich hoffe auf sein Wort. Meine Seele wartet auf den Herrn mehr als die Wächter auf den Morgen. Mehr als die Wächter auf den Morgen hoffe Israel auf den Herrn. Denn bei dem Herrn ist die Gnade und viel Erlösung bei ihm. Und er wird Israel erlösen aus allen seinen Sünden.

2. Mose 19,1-8a

Im dritten Monat nach dem Auszug der Söhne Israel aus dem Land Ägypten, an eben diesem Tag, kamen sie in die Wüste Sinai. Sie brachen auf von Riphidim und kamen in die Wüste Sinai und lagerten sich in der Wüste. Und Israel lagerte sich dort dem Berg gegenüber. Mose aber stieg hinauf zu Gott und der Herr rief ihm vom Berg aus zu, so sollst du zum Haus Jakob sagen und den Söhnen Israel mitteilen. Ihr habt gesehen, was ich den Ägyptern angetan und wie ich euch auf Adlerflügeln getragen und euch zu mir gebracht habe. Und nun, wenn ihr willig auf meine Stimme hören und meinen Bund halten werdet, dann sollt ihr aus allen Völkern mein Eigentum sein. Denn mir gehört die ganze Erde. Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und eine heilige Nation sein. Das sind die Worte, die du zu den Söhnen Israel reden sollst. Darauf ging Mose hin, rief die Ältesten des Volkes zusammen und legte ihnen all diese Worte vor, die ihm der Herr geboten hatte. Da antwortete das ganze Volk gemeinsam und sagte, alles, was der Herr geredet hat, wollen wir tun.

Römer 11,25-33

Ich will euch, Brüder und Schwestern, dieses Geheimnis nicht vorenthalten, damit ihr euch nicht selbst für klug haltet. Verstockung ist einem Teil Israels widerfahren, bis dass sich die Völker in voller Zahl eingefunden haben. Und so wird ganz Israel gerettet werden, wie geschrieben steht. Es wird kommen aus Zion der Erlöser, der wird abwenden alle Gottlosigkeit von Jakob. Und dies ist mein Bund mit ihnen, wenn ich ihre Sünden hinweggenommen habe. Nach dem Evangelium sind sie zwar Feinde um euretwillen, aber nach der Erwählung sind sie Geliebte um der Väter Willen. Denn Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen. Denn wie ihr einst Gott ungehorsam gewesen seid, nun aber durch ihren Ungehorsam Barmherzigkeit erlangt habt, so sind auch sie jetzt ungehorsam geworden wegen der Barmherzigkeit, die euch widerfahren ist, damit auch sie jetzt Barmherzigkeit erlangen. Denn Gott hat alle eingeschlossen in den Ungehorsam, damit er sich aller erbarme. Oh, welch eine Tiefe des Reichtums, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unergründlich sind seine Entscheidungen und unerforschlich seine Wege!

Markus 12,28-34

Einer der Schriftgelehrten, der gehört hatte, wie sie miteinander stritten, trat zu ihm. Und da er sah, dass er ihnen gut geantwortet hatte, fragte er ihn, welches Gebot ist das erste von allen? Jesus antwortete, das erste ist, höre Israel, der Herr, unser Gott, ist Herr allein, und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand und mit all deiner Kraft. Das zweite ist dieses, du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Höher als diese beiden steht kein anderes Gebot. Und der Schriftgelehrte sagte zu ihm, schön hast du das gesagt, Meister, und du hast recht. Einer ist er und einen anderen außer ihm gibt es nicht und ihn lieben mit ganzem Herzen und mit ganzem Verstand und mit aller Kraft. Und den Nächsten lieben wie sich selbst, das ist weit mehr als alle Brandopfer und Rauchopfer. Und Jesus sah, dass er verständig geantwortet hatte und sagte zu ihm, du bist nicht fern vom Reich Gottes.

Weitere Referenzen

  • → 1. Johannes 4 (Gott ist die Liebe)
  • → Römer 13 (Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses)
  • → Philipperbrief (In Demut achte einer den anderen höher als sich selbst)

Praktische Anwendung (6)

  • 1 Zeit und Raum zum Hören schaffen: Gott lieben beginnt mit dem Hören auf sein Wort. Schaffe täglich bewusst Zeit und Stille, um Gottes Wort zu lesen und wirken zu lassen, statt den Tag sofort mit Bildschirmen und Geräuschen zu füllen.
  • 2 Freie Sicht zum Himmel bewahren: Wenn die Verbindung zu Gott gestört scheint, suche bewusst seine Nähe durch Gebet, Bibellesen, Bekennen von Schuld und Gespräche mit reifen Christen, um die geistliche Orientierung wiederzufinden.
  • 3 Aktiv Nächstenliebe praktizieren: Setze die vier Stufen der Liebe praktisch um: Tue nichts Böses, behandle andere wie du behandelt werden möchtest, stelle die Interessen anderer über deine eigenen und sei bereit, für andere ins Risiko zu gehen.
  • 4 Gesprächskultur der Liebe pflegen: Höre anderen erst einmal zu und versuche sie zu verstehen, statt im Zuhören bereits Gegenargumente zu sammeln. Begegne jedem Gespräch mit einer 'Verbeugung' vor dem Gegenüber.
  • 5 Die eigene Identität in Gott entdecken: Erkenne und nehme an, was Gott in dich hineingelegt hat, statt dich über äußere Schablonen oder Vergleiche mit anderen zu definieren. Frage nach Gottes individuellem Weg für dein Leben.
  • 6 Liebe nicht nur begreifen, sondern leben: Setze die erkannte Wahrheit über Gottes Liebe konkret in die Tat um. Folge den 'Ansagen' Gottes für deinen Lebensweg durch gehorsames Handeln in Liebe zu Gott, dem Nächsten und dir selbst.

Impulse aus der Woche ab 10. August

  1. Tag 1 von 7 · 10. August Der Zuspruch vor dem Anspruch

    Bevor Gott seinem Volk Gebote gibt, spricht er ihm seine Gnade zu. 'Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist allein Herr' - dieser Satz erinnert uns daran, dass Gottes Liebe und Treue vor allen Forderungen stehen. Der Name Jahwe bedeutet 'Ich werde da sein' und steht für Gottes unwandelbare Gegenwart. Gott nennt sein Volk 'Israel' - Gottesstreiter - ein Gnadenname, der die Verwandlung vom alten Leben zum neuen Leben symbolisiert. Bevor er Gebote gibt, erinnert er sein Volk: 'Ihr habt gesehen, was ich den Ägyptern angetan und wie ich euch auf Adlerflügeln getragen habe.' Auch uns gilt diese Zusage durch Jesus Christus: Wir gehören zu Gott nicht aufgrund unserer Leistung, sondern aufgrund seiner Gnade. Diese Gewissheit ist das Fundament für ein Leben nach Gottes Willen. Der Zuspruch kommt immer vor dem Anspruch.

    2. Mose 19,4-6

    Gebet

    Danke Gott für seine bedingungslose Liebe und Treue. Bitte ihn, dir zu helfen, aus dieser Gewissheit heraus zu leben.

    Zum Nachdenken

    Wo versuche ich, durch Leistung Gottes Liebe zu verdienen, statt sie als Geschenk anzunehmen?

  2. Tag 2 von 7 · 11. August Gott lieben durch Hören

    Das erste und wichtigste Gebot beginnt mit einem einfachen, aber herausfordernden Wort: 'Höre!' Hören erfordert Innehalten, Stillwerden und Ausrichten. In unserer lauten, bildschirmdominierten Welt ist dies eine besondere Herausforderung. Wenn der Tag mit dem Blick auf den Bildschirm beginnt, ist unsere Aufmerksamkeit bereits belegt. Wenn wir jede Minute mit Geräuschen füllen, bleibt keine Zeit, dass Gehörtes weiterwirken und sich verankern kann. Gott will zu uns reden durch sein gutes Wort - das braucht Zeit, Raum und Stille. Am Hören entscheidet sich unser Leben. Adam und Eva hörten auf die Schlange mehr als auf Gott. Wie bei einer Wander-App, die uns Anweisungen gibt, brauchen wir freie Sicht zum Himmel, um Gottes Führung zu empfangen. Gottes Gebote sind wie ein biblisches GPS - hilfreiche Ansagen für unseren Weg durch das Leben.

    Markus 12,29-30

    Gebet

    Bitte Gott, dir zu helfen, täglich stille Zeit mit ihm zu finden und auf sein Wort zu hören.

    Zum Nachdenken

    Wann und wo schaffe ich bewusst Raum und Stille, um auf Gottes Stimme zu hören?

  3. Tag 3 von 7 · 12. August Gott lieben mit allen Dimensionen

    Jesus nennt vier Felder, wie wir Gott lieben sollen: mit Herz, Seele, Verstand und Kraft. Das Herz ist in der Bibel der Sitz des Willens - Liebe ist also eine bewusste Entscheidung. Wohin richte ich mich aus? Seele meint mehr als Emotionen. Sie steht für Lebenskraft, Antrieb und innerstes Sein. Gefühle gehören zur Liebe dazu, aber sie tragen nicht allein. Der Verstand überrascht viele: Glauben und Denken gehören zusammen! Gott ist ein Freund des Denkens. Die Schöpfung ist voller Logik und faszinierender Details. Auch in Zweifeln und Anfechtungen ist unser Verstand gefordert - Gott zu lieben ist durchaus vernünftig. Manchmal erfordert die Liebe zu Gott alle Kraft - bei äußeren Widerständen, innerer Leere oder schwierigen Lebensumständen. Wenn die Verbindung nach oben gestört scheint, gilt es, wieder freie Sicht zum Himmel zu bekommen durch Gottes Wort, Gebet und Gemeinschaft.

    Markus 12,30

    Gebet

    Bitte Gott, dir zu helfen, ihn ganzheitlich zu lieben - mit allen Dimensionen deines Seins.

    Zum Nachdenken

    Welche Dimension der Gottesliebe (Herz, Seele, Verstand, Kraft) fordert mich aktuell am meisten heraus?

  4. Tag 4 von 7 · 13. August Den Nächsten lieben - vier Stufen

    Wer zu dem Gott der Liebe gehört, kann auf Dauer nicht nicht lieben, was Gott liebt. Die Bibel zeigt uns vier Abstufungen der Nächstenliebe: Erstens: 'Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses' - das beginnt im Kleinen, beim zurückgegebenen Wechselgeld oder dem unterlassenen herabsetzenden Kommentar. Zweitens: 'Wie ihr wollt, dass euch die Menschen tun, so tut ihnen auch' - besonders wichtig in unserer Gesprächskultur. Jemand sagte, jedes Gespräch beginne für ihn mit einer Verbeugung. Drittens: 'In Demut achte einer den anderen höher als sich selbst' - ich stelle die Interessen des anderen über die meinen und gehe ins Risiko. Viertens: 'Größere Liebe hat niemand als die, dass er sein Leben für seine Freunde gibt.' Jesus hat diese höchste Form der Liebe vorgelebt, indem er für uns starb, als wir noch Gottes Feinde waren.

    Markus 12,31

    Gebet

    Bitte Gott, dich mit seiner Liebe zu erfüllen, damit du anderen Menschen mit echter Liebe begegnen kannst.

    Zum Nachdenken

    Auf welcher Stufe der Nächstenliebe bewege ich mich meistens, und wo fordert Gott mich heraus zu wachsen?

  5. Tag 5 von 7 · 14. August Gottes- und Nächstenliebe gehören zusammen

    Es gibt keine Gottesliebe ohne Liebe zum Menschen. Wer nah bei Gott ist, ist automatisch auch nah bei den Menschen - und das heißt nicht in einer frommen Wohlfühlblase. Die Liebe zu Gott und die Liebe zum Nächsten sind untrennbar verbunden. Doch Vorsicht: Der biblische Satz 'Gott ist die Liebe' darf nicht umgedreht werden in 'die Liebe ist Gott', wie unsere Gesellschaft es oft tut. Gott ist Liebe UND Gerechtigkeit und vieles mehr. Liebe braucht den Letztbezug auf den Gott der Bibel, der uns lehrt, wie wir leben können und sollen. Unsere Gesellschaft überhöht menschliche Autonomie und Selbstbestimmung. Doch diese Sicht verkennt unsere Begrenztheit im Erkennen komplexer Zusammenhänge. Die Bibel nennt uns gefallene, defizitäre Menschen. Ohne Gottes Gebote als hilfreiche Leitlinien verrennen wir uns. Wahre Liebe orientiert sich an Gottes Maßstäben.

    1. Johannes 4,16.20-21

    Gebet

    Danke Gott, dass er Liebe und Wahrheit vereint. Bitte ihn, dir zu helfen, beides in deinem Leben zusammenzuhalten.

    Zum Nachdenken

    Wo trenne ich in meinem Leben zwischen Gottesliebe und Nächstenliebe, statt beides zusammenzuhalten?

  6. Tag 6 von 7 · 15. August Du bist Gottes geliebtes Kunstwerk

    Bei all der Rede über Gottesliebe und Nächstenliebe dürfen wir eines nicht vergessen: Jeder von uns ist ein Kunstwerk Gottes. David fasst das in die Worte: 'Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin. Wunderbar sind deine Werke. Das erkennt meine Seele.' Doch mit diesem Erkennen scheint es heute oft zu hapern. Viele junge Menschen sehen aus wie Schablonen, Abziehbilder von Influencern, statt ihre Individualität zu entdecken. Wie viel Selbstverachtung steht hinter aufgespritzten Lippen und ungesunden Körperkulturen? Gott liebt dich und will dich so, wie du bist. Auf dieser Basis kann sinnvolle Veränderung beginnen - immer mit der Frage nach Gottes individuellem Weg mit dir. Auch wir Christen haben unsere frommen Schablonen. Doch Gottes GPS ist für jeden Lebensweg einzeln aktiv. Wir sind je einzeln von Gott geliebt, begabt und auf unterschiedliche Wege gestellt.

    Psalm 139,14

    Gebet

    Danke Gott dafür, dass er dich wunderbar gemacht hat. Bitte ihn, dir zu helfen, seine Liebe zu dir anzunehmen.

    Zum Nachdenken

    Wo vergleiche ich mich mit anderen, statt Gottes einzigartige Schöpfung in mir anzunehmen?

  7. Tag 7 von 7 · 16. August Begreifen und Ergreifen

    Der Schriftgelehrte stimmt Jesus begeistert zu: 'Schön hast du das gesagt, Meister, und du hast recht.' Er hat verstanden, dass sich vom Doppelgebot der Liebe her das ganze Leben ordnet. Doch Jesus reagiert zurückhaltend: 'Du bist nicht fern vom Reich Gottes.' Warum nicht fern? Weil Begreifen ohne Ergreifen nichts taugt. Das teuerste Smartphone und die beste App nützen nichts, wenn ich den Ansagen nicht folge. Liebe will gelebt werden. Die Liebe Gottes zu dir will in deinem Leben Wirklichkeit werden - in deiner Liebe zu Gott, zu deinem Nächsten und zu dir selbst. Jesus will uns hineinlieben in ein von Liebe erfülltes Leben. Das ist kein theoretisches Wissen, sondern eine tägliche Praxis. Gottes Gebote sind nicht Einschränkung, sondern Hilfe zum gelingenden Leben. Sie sind seine Ansagen für unseren Weg - wenn wir ihnen folgen.

    Markus 12,32-34

    Gebet

    Bitte Jesus, dich hineinzulieben in ein von seiner Liebe erfülltes Leben - in Gedanken, Worten und Taten.

    Zum Nachdenken

    Wo habe ich Gottes Willen bereits begriffen, aber noch nicht ergriffen und in die Tat umgesetzt?